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Bild: Titelbild Heft 21, zur Onlineversion siehe Link AUSGABEN

Liebe Leserinnen und Leser,

diesmal kein Titelbild, das sich auf den ersten Blick erschließt: Kein Weihnachtsmarkt, kein Kirchturm im Schnee, keine gotischen Engel auf Goldgrund und keine Krippe. Stattdessen eine brennende Kerze und ausgestreckte Kinderhände aus dem St. Albanikindergarten. Ein Bild, das mehr fühlen als sehen lässt, vielsagend und mehrdeutig und trotzdem warm und schön. Ein weihnachtliches Bild. 

Vielsagend und mehrdeutig sind auch unsere Gefühle in diesen Wochen. Irgendwo zwischen Vorfreude und Weihnachtsstress. Zerstreute Familien rücken wieder zusammen, Eltern reisen zu ihren Kindern, und erwachsene Kinder schlafen wieder in den alten Kinderzimmern. Es wird zusammen gefeiert und gestritten, leise geträumt und still gelitten. Manches Herz bleibt leer, trotz voller Hand, und mancher fühlt sich fremd im eigenen Haus oder allein in der vollen Kirche.

Vielsagend und mehrdeutig sind deshalb auch die Schwerpunktartikel in diesem Heft: Marianne Storz zeigt, dass man allein sein kann, ohne einsam sein zu müssen, und wie einsame Menschen bei der Telefonseelsorge Hilfe finden. Mitten im Gewusel der Universität, vernetzt mit vielen und trotzdem allein, dieses Lebensgefühl vieler Studenten bringt der Hochschullehrer Daniel Göske zur Sprache. Eva Cremer ist im Gespräch mit Wolfgang Stoffel, dem Gründer der Aktion „Keiner soll einsam sein“, und erzählt von viel mehr als von Weihnachtsfeiern in der Stadthalle. Das Evangelische Krankenhaus Weende gibt Einblick in die neue Kapelle in Neu-Mariahilf, den faszinierend lichten Sakralraum. Auf den Gemeindeseiten finden Sie die Aktion „Ein Taler für den Maler“ in St. Johannis und die Pilgerfreizeit in den Alpen für Familienväter in der Rushhour des Lebens. Und dazu wie immer jede Menge Gemeindeleben mit Berichten und Konzerten, Reisen und Aktionen, Gottesdiensten und Ausstellungen, Ausdruck lebendiger Gemeinden in einer lebendigen Stadt. 

Hände, die sich ausstrecken auf der Suche nach Halt und Wärme; Hände, die zu begreifen suchen; Hände, die zusammenfinden – für mich ist das die weihnachtliche Bewegung: Gott ist da und wir dürfen uns ausstrecken und festhalten, uns wärmen lassen und zusammenfinden. An Weihnachten legt Gott sich fest, klar und eindeutig: Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit (Johannesevangelium 1, 14).

Anregende Lektüre, eine gesegnete Adventszeit und ein fröhliches Weihnachtsfest wünscht 

Ihr
Martin Hauschild

p.s.: Zum Zeitpunkt der Erstellung des Editorials und der Drucklegung des neuen Heftes von "Kirche für die Stadt" konnte die Redaktion noch nicht wissen, dass unser Gemeindebrief nicht nur unter den zehn Preisträgern war, sondern sogar mit dem 1. Platz ausgezeichnet werden würde. Aus den im Artikel auf Seite 4 des neuen Heftes als Vermutung eingesetzten 700 Euro sind damit sogar 1.500 Euro geworden (siehe hierzu auch den ausführlichen Beitrag unter dem Menüpunkt "Gemeindebriefpreis"). Das ändert aber nichts an der Absicht der Redaktion, dieses Preisgeld abzüglich einer angemessenen "Feierdividende" in die Finanzierung der nächsten Ausgaben von "Kirche für die Stadt" fließen zu lassen.


Die gedruckte Ausgabe von KIRCHE FÜR DIE STADT für die Zeit vom 1. Dezember 2017 bis 18. Februar 2018  ist erschienen. Sie ist in allen Kirchengemeinden der Innenstadt erhältlich. Außerdem wird sie kostenlos an alle Gemeindeglieder der Innenstadt-Kirchengemeinden verteilt.

Unter AUSGABEN ist die vollständige Onlineversion zu lesen.